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In vielen Industrieunternehmen wird die Auswahl von Dichtungen stark über Werkstoffbezeichnungen gesteuert. NBR, EPDM oder FKM gelten als etablierte Kategorien, anhand derer Entscheidungen schnell getroffen werden. Diese Vereinfachung ist verständlich – führt jedoch regelmäßig zu Problemen.
Werkstoffnamen beschreiben lediglich eine Materialgruppe. Innerhalb dieser Gruppen existieren erhebliche Unterschiede hinsichtlich Rezeptur, Härte, Vernetzungsart und Füllstoffen. Diese Parameter haben direkten Einfluss auf chemische Beständigkeit, Elastizität, Alterungsverhalten und Standzeit.
In der Praxis führt dies dazu, dass scheinbar identische Dichtungen unter gleichen Bedingungen völlig unterschiedlich reagieren. Während eine Dichtung stabil arbeitet, zeigt eine andere frühzeitig Versprödung, Quellung oder Rissbildung. Die Ursache liegt selten im falschen Werkstoffnamen, sondern in einer zu groben materialtechnischen Betrachtung.
Eine fundierte Bewertung erfordert daher mehr als die Auswahl einer Werkstoffgruppe. Entscheidend ist die Abstimmung zwischen Anwendung, Belastung und materialtechnischer Ausführung.